Luftbild der Radrennbahn Bielefeld kurz vor der Fertigstellung 1953, Foto: Sammlung M. Mertins

Architektur

Der erste Spatenstich erfolgte im Oktober 1950. Zum Bau wurden 41.000 Kubikmeter Kriegsschutt und Müll sowie 19.800 Kubikmeter Muttererde aufgeschüttet. Der spätere Innenraum wurde um 1,70 Meter im Niveau gesenkt, die Tribünen sollten sich sechs Meter darüber erheben. Beachtenswert ist die Bahn in fugenloser Spannbetontechnik, die von der Firma Dyckerhoff & Widmann KG ausgeführt wurde. Die Kurven weisen eine Neigung von über 46° auf. Die Bahn ist von Tribünen umgeben, die 9.000 Steh- und 6.000 Sitzplätze aufweisen. Eine Trainings- und Flutlichtanlage sorgte für ausreichende Beleuchtung bei Abend- und Nachtveranstaltungen.


Der Bau der Radrennbahn Bielefeld


Bildpräsentation mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Bielefeld


Komplettiert wurde das Radrennstadion durch Gebäude mit Dusch-, Umkleide- und Massageräumen sowie Garagen für die Motorräder der Schrittmacher und die Rennräder der Fahrer. Auf dem kleinen Vorplatz wurden sieben Kassenhäuschen für den Kartenverkauf und ein Gastronomiebetrieb namens Radrennbahn-Klause aufgestellt. Am 29. Mai 1953 wurde Richtfest der Bahn gefeiert, die letztlich über 600.000 Mark kostete. Zum Eröffnungsrennen am 14. Juni 1953 kamen 15.000 Zuschauer; im ersten Jahr insgesamt rund 50.000 Zuschauer. Noch Anfang der 1960er Jahre besuchten jährlich 10.000 Zuschauer die Bahn, bis der Stehersport an Anziehungskraft einbüßte.