Willi Butt

Willi gilt wegen seines ungeschliffenen Fahrstils als „Fahrer vom Land“, was bei seinem Wohnort Brönninghausen nicht ganz weit hergeholt ist. Doch er weiß seine bulligen Kräfte bei den Rennen im richtigen Moment einzusetzen. So profiliert sich der Bielefelder schnell als Amateurfahrer, in seiner kurzen Profizeit jedoch kann er seine Qualitäten nicht mehr zur Geltung bringen. Wie andere Sportskollegen wird Willi zum Wehrdienst einberufen, hat aber das große Glück, die Einsätze an der Front zu überleben.

Willi Butt als Sieger im 100 km-Rennen des RV Wanderer 1934;
Nachlass W. Butt/Slg. M. Mertins

Geboren wurde Willi am 8. Januar 1914 in Bielefeld. Aus einfachen Verhältnissen stammend, machte er seinen beruflichen Weg als Fräser und fand Gefallen am Radsport. Seine erste Vereinszugehörigkeit ist für 1934 beim RV WANDERER belegt, für den er auch einige Siege einfuhr. Dann folgte 1936 ein Wechsel zum Werksverein der Heeper Fahrradfabrik RV BASTERT, wo er größere materielle Unterstützung und einen guten Sportskollegen in Willi OBERQUELLE fand. Vor der eigentlichen Radsaison gab es seinerzeit im März zum Konditionsaufbau Querfeldeinrennen, welche Willi auch erfolgreich bestritt.



Wegen seiner starken Platzierungen im Jahr 1937 erfolgte die Nominierung für die National- mannschaft der Amateure. Ab Februar 1939 wurde er – unterstützt von den DÜRKOPP-Werken – sogenannter „Materialfahrer“. Diesen Status hatte der IBUS (Industriering für Berufs-Straßen-radrennsport) eingeführt, um Nachwuchsfahrer zu fördern. Nach seiner Bewährung stieg Willi 1940 in die Kernmannschaft von DÜRKOPP auf. Sein letztes Rennen fuhr er im September 1941 in Magdeburg, dann kam die Einberufung zum Wehrdienst. Nach Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft im Juli 1946 tauchte sein Name beim RC ZUGVOGEL auf. Es kam noch zu sporadischen Teilnahmen an den Rennen auf der Königsbrügge in Bielefeld-Sieker und bei Rund um Dortmund. Der Gewinn der Bezirksmeisterschaften 1948 dürfte sein letzter kleiner Erfolg gewesen sein. Seinen Lebensabend verbrachte Willi in Heepen, wo er am 1. Mai 1998 im Alter von 84 Jahren verstarb.


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