
Nach vielversprechendem Anfang als Amateurfahrer etabliert sich der junge Schürmann auch als Profi unter den besten deutschen Champions. Von 1908 bis zum Ersten Weltkrieg tritt er für die Bielefelder DÜRKOPP-Werke in die Pedalen. Kriegsverwundungen und Sturzverletzungen machen es ihm unmöglich, an die früheren großen Erfolge anzuknüpfen. Clemens ist bei den Sprintern der erste Berufsfahrer, der mit einem selbst konstruierten Sturzhelm an den Start geht.
Foto: nn/Fotosammlung Stadtarchiv Bielefeld
In Münster kam Clemens am 24. Mai 1888 zur Welt. Noch während seiner Lehre als Bauzeichner fand er Interesse am Radsport. Seine ersten Straßen- und Bahnrennen gewann er bereits 1905. Mit 19 Jahren entschied sich das Ausnahmetalent für das Profitum und galt bereits zwei Jahre später als stärkster Fahrer neben Willi Arend und Walter Rütt. Seine gewonnenen Preisgelder setzte er zur Finanzierung eines Architekturstudiums ein.
ERFOLGE (AUSWAHL)
- 1909 Acht Siege beim Oster- und Herbstmeeting in Berlin-Steglitz und 1911 zwei Siege in Dortmund und Chemnitz sowie ein Sieg beim Weltmeisterschaftsmeeting in Kopenhagen
- 1912 Siege beim Frühlingspreis in Münster und Sprinterwettkampf in Hannover, 1913 Sieger des Prämienfahrens auf der Winterbahn in Paris und 1914 Sieg beim Vierländer-Match in Essen sowie beim Pfingstpreis in Münster
- 1909 bis 1914 errang Clemens Schürmann auf deutschen Bahnen in diversen Disziplinen 128 erste und 28 zweite Plätze.
Im Herbst 1913 kam seine Einberufung zum Wehrdienst, die Grundausbildung erfolgte auf dem Truppenübungsplatz Sennelager bei Bielefeld. Mit Erlaubnis der Vorgesetzten durfte Clemens weiter Rennen fahren und holte bis Pfingsten 1914 noch einige Siege. An der Westfront kämpfte der inzwischen zum Leutnant Beförderte bis 1918, erlitt dabei einen Durchschuss unterhalb des Knies und überlebte im Lazarett die Spanische Grippe. Nach der Heimkehr 1919 empfahl ihm ein Arzt pedalierende Bewegungen für sein verletztes Bein. So kam es, dass Clemens bald wieder auf den Rennbahnen seine Runden drehte. Nach einem schweren Unfall konnte er nicht mehr die ganz großen Erfolge einfahren. 1922 fuhr der Champion für BRENNABOR (Brandenburg) und 1923 für WITTEKIND (Bielefeld). Seine Karriere beendete er 1927, um mit dem Bau von Rennbahnen zu beginnen.
